MIRIAM PRANTL

Raum, Farbe, Licht und Zeit verschmelzen und verschränken sich in Miriam Prantls Rauminstallation zu einem Netzwerk, zu einem Moment der Wahrnehmung eines letztlich immateriellen Umfelds. Die Farbe löst die Konturen des Raums auf , die programmierte Schaltung der Lichtelemente verwandelt die Zeit in Farbmomente. Die künstlerische Konstruktion von Raum und Zeit lässt es fast nebenbei geschehen, dass der ästhetische und profane Raum ineinander fließen. Der Eintritt in die Farbwelt Miriam Prantls kann dazu führen, dass der Betrachter aus sich heraus tritt, sich als Teil eines umfassenden Energiesystems empfindet, welches die Schichten unseres Gewahrseins neu formiert. Der Verstand von Realität wird überblendet und das eigene Dasein für einen kleineren oder größeren Zeitraum überstrahlt, verstärkt durch Tonspuren wird der gehende und sehende Betrachter zu einem zusätzlichen Gestaltungsfaktor. Durch die Farbkombinationen kann ich die Intensität wie das Bild aus einer Fläche, in eine dreidimensionale Struktur hinein strebt, steuern und auf oder abbauen.
(„Lichtraum“ Textausschnitt aus Katalog Steidl Verlag und Stiftung Liner Appenzell)