SONJA WEBER

Gewebte Momente - "Meine Arbeiten können als eine Annäherung an die Unendlichkeit der Form wie auch der Zeit angesehen werden. Durch das Festhalten eines bestimmten Moments scheint die Zeit für einen Augenblick lang stehen zu bleiben. Eine bestimmte Form von Wellen, Wolken, Haaren, Lavaströmen oder während der Autofahrt vorbeiziehender Landschaft ist festgehalten – eine von vielen tausend möglichen Formen.
Die Momentaufnahme ist ein Innehalten, eine Reflexion, eine Entschleunigung. Ein bestimmter Moment wird plötzlich bewußt unwiederholbar und somit einzigartig und wertvoll.
Die Flüchtigkeit dieses Moments wird von mir aufgegriffen und wiedergespiegelt in der Bewegtheit der Bildoberfläche, die sich je nach Licht und Standpunkt des Betrachters ständig verändert. Diese Bewegtheit errreiche ich durch die von mir verwendete Technik des Webens, bei der durch die Dreidimensionalität der einzelnen Fäden des Gewebes eine Art Relief entsteht.
Durch die Verschmelzung von malerischen, fotografischen und textiltechnischen Arbeitsprozessen entsteht ein Bildgewebe, das anstatt einer Leinwand, die normalerweise als Maluntergrund dient, auf einen Keilrahmen gespannt wird und das fertige Bild ergibt.
Beim Betrachten dechiffriert sich der erste fotorealistische Eindruck erst bei genauerem Hinsehen und läßt die tieferliegenden Strukturen erkennen, die die Erscheinungsweise alltäglicher Dinge und Menschen aufgreift, nämlich daß sich hinter der Oberfläche und dem ersten Eindruck mehr verbergen kann, als auf den ersten Blick zu erkennen ist." (Sonja Weber)