Donaukurier, 28.11.2011
Ingolstadt (ksd) Zwei österreichische Altmeister der Konkreten Kunst hat die Ingolstädter Galerie Mariette Haas derzeit zu Gast.
In der Ausstellung „1 + 1“ zeigen Gerhard Frömel, Jahrgang 1941, und Hellmut Bruch, 1936, indes ungeheuer vitale Kunst. Die steht unter den Titeln „Licht und Proportion“ (Bruch) und „Wechselnde Wahrnehmung“ (Frömel) und zeigt genau das – dazu aber auch zwei Ansätze des Genres, die unterschiedlicher nicht sein und besser nicht zusammengehen könnten.
Donaukurier, 19.05.2011
Ist das Kunst oder kann das weg ?
Ingolstadt (DK) Eine Joghurtmaschine ist (k)eine Joghurtmaschine, wenn sie in die Hände von Martin Brüger fällt. Dann nämlich wird sie – ja, was? Pure Form? Ästhetisches Zitat? Konkrete Kunst? Oder alles und gleichzeitig nichts davon? "mehr + weniger" nennt der 46-jährige Dortmunder Künstler aus gutem Grund die Ausstellung in der Ingolstädter Galerie Mariette Haas mit jenen Objekten.
Donaukurier, 19.03.2011
Erlebbarer Farb-Raum
Ingolstadt (DK) Es leuchtet in der Galerie Mariette Haas, farbsatt und changierend. Die ultimative Monochromie, das tiefste Blau, das hellste Grün, das wärmste Rot strahlen von den Wänden. Ein Maler war hier trotzdem nicht zugange. Mit dem 54-jährigen Heiner Thiel präsentiert die Galeristin einen veritablen Bildhauer – und einen, der bestens in ihr konkret orientiertes Ausstellungsprogramm passt.
Stadt Ingolstadt, Newsletter vom 15.01.2011
Fotoarbeit von Dirk Brömmel für's MKK
Schenkung des Freundeskreises für Konkrete Kunst
Das Museum für Konkrete Kunst erhält von seinem Freundeskreis eine Fotoarbeit von Dirk Brömmel (2002) geschenkt: VT 13 – Mies van der Rohe zu Besuch in der Villa Tugendhat. Die offizielle Übergabe findet am Sonntag, 16. Januar, um 15 Uhr im Rahmen eines Künstlergesprächs mit Dirk Brömmel im Museum statt. Im letzten Jahr stellte das Museum für Konkrete Kunst die Fotoarbeiten zu Villa Tugendhat von Dirk Brömmel in der Städtischen Galerie im Theater aus.
Donaukurier, 14.12.2010
Wer schon immer mal Joseph Beuys' Hut höchstpersönlich sehen wollte, ist in der Galerie Mariette Haas derzeit am rechten Platz. Freilich nicht als echte Kopfbedeckung, sondern in Form einer feinen Lithografie ist der "Hut" zu sehen, der, wiewohl sofort Assoziationen weckend zum großen Künstler selbst, denn auch gar keiner ist. "Pyramide" heißt die Arbeit aus dem Jahr 1977: eine zartbraune Erhebung auf weißem Blatt, sehr souverän, sehr anrührend - und nur 4900 EURO teuer.
Donaukurier, 14.09.2010
Venus in Unterwäsche
"Verwandlung" heißt Ottmar Hörls neue Ausstellung in der Galerie Mariette Haas – und der findige Kunstprofessor und Meister der seriellen Vermarktung kann, wie zur Vernissage geschehen, sehr logisch erklären, was da alles verwandelt wird.
Etwa die Galerie in ein Museum – denn bei Haas hängen nun tatsächlich in Originalgröße "alte Meister". Deren Werke verwandelt er außerdem in zeitgenössische Kunst: Denn natürlich hat Hörl die berühmten Vorbilder am PC bearbeitet. Und nicht zuletzt der Blick des Gastes: Vom oberflächlichen "Tizian kenn’ ich schon" soll er ändern in genaueres Hinschauen und Neu-Entdecken. So viel zum Motto also.
Donaukurier, 08.07.2010
Reif für die Insel
Es muss nicht immer konkrete Kunst sein: Pünktlich zur Reisezeit verlässt Galeristin Mariette Haas ihren gewohnten Pfad und präsentiert eine hochsommerliche, kindlich gegenständliche Ausstellung. Mit äußerst farbigen Bildobjekten zum Thema Urlaubsidylle und aus, so scheint es, gerade aufgeblasenen Plastikkissen.
Doch halt! Weitaus hintergründiger (und von ganz anderem Material!) sind die bunten, dreidimensionalen Südseeansichten von Barbara Storck-Brundrett mit ihren aufgepappten Schirmchen, Liegestühlen oder Fischen. Und weitaus mehr als Riesen"Smarties" die unter diesem Titel ebenfalls zu sehenden Boden- und Wandobjekte der früheren Timm-Ulrichs-Meisterschülerin Uta Weber.
Donaukurier, 21.12.2009
Und alle sind sie da zur farbenfrohen Weihnachtsausstellung, Ottmar Hörl ebenso wie Camill Leberer, Gisela Hoffman genauso wie Dirk Brömmel, Sonja Weber oder Hellmut Bruch. Das muss auch so sein, denn vor allem eine Jubiläumsschau ist, was Mariette Haas derzeit unter dem Motto „1, 2, 3, 4, 5“ präsentiert. Das fünfjährige Bestehen ihres Hauses feiert sie mit allen 19 Künstlern der Galerie – und das in mehreren Hängungen. Damit jeder Künstler Platz für mehrere Exponate hat, damit die Schau nicht Sammelsurium wird. Und das Konzept geht auf.
Ingolstadt (ksd) 12.09.2009
Dickicht der Städte
Tokio, Shanghai, Dubai, Sao Paulo – was bleibt von solchen Reisen? In diesem Fall: Linien und Rhythmen, Licht und (Un)Farbe, Verfremdung und Fremdheit. In der Galerie Haas zeigt die 48-jährige Kölner Künstlerin Marina Herrmann derzeit Fotoarbeiten und Malerei aus ihrem 2008 begonnenen Projekt "StandOrte"; will damit abstrakt die individuellen Anmutungen der Städte im entindividualisierten globalen Höher- und Weiterstreben von Fassaden und Großstadthybris, von Architektur und Kultur untersuchen. Eine Antwort liefert Herrmann, als Galeriekünstlerin zum dritten Mal vorort, mit ihren Werken nicht ("das ist die Aufgabe anderer"), wohl aber strukturelle Foto-Bildkästen von klein bis groß: die Megacity en detail, konkret, und doch bisweilen rätselhaft wie ein Orakel.
Ingolstadt (DK) 15.07.2009
"Transparenter Raum": Das sind vorwiegend (Acryl)glaskästen. Gefüllt mit Spiegeln. Industriestaub. Zart gestricheltem Papier. Körperlosen Schatten. Sind Werke von Künstlern, "auf die man nicht mehr Zugriff hat", sagt Mariette Haas. Arbeiten hauptsächlich aus den 60er bis 80er Jahren von Tom Mosley, Hartmut Böhm, Adolf Luther, Erich Reusch, Eva Niestrath und Russel Maltz zeigt die Galeristin in ihrem Haus in der Neubaustraße in der Austausch-Reihe "Galerien zu Gast". Die Saarlouiser Galerie Walzinger lieferte den Bestand für die neue Schau: Konkrete Kunst aus ihrer Hoch-Zeit, von Kunstschaffenden, die heute teils schon nicht mehr unter den Lebenden weilen – und damals durchaus Neues ausprobierten.