Ben Muthofer in der Galerie Mariette Haas

Donaukurier, 31.08.2012
Ingolstadt (DK) Die Leichtigkeit, die fliegenden Formen, die spielerischen Variationen zum Dreieck. Mariette Haas-Klein ist begeistert von den neuen Arbeiten von Ben Muthofer. Für die Galeristin fügen sie sich schlüssig in das Gesamtwerk des Künstlers, führen sie ihn doch auch wieder zurück zur Malerei, zu seinen Anfängen Ende der 50er Jahre. „Ich bin aber auch begeistert, dass er mit über 70 eine ganz neue Werkreihe nach einer Vielzahl an bedeutenden Arbeiten im Laufe eines erfolgreichen Künstlerlebens geschaffen hat.“ Und sie freut sich, dass sie in dessen Jubiläumsjahr auch in Ingolstadt eine Ausstellung zeigen kann.

In diesem Jahr wurde Ben Muthofer, dessen Großplastiken auch in Ingolstadt stehen und dem derzeit eine große Werkschau in Regensburg in der Ostdeutschen Galerie gewidmet ist, 75 Jahre alt. Seit 2005 arbeitet Mariette Haas-Klein mit ihm. „Er ist einer der wegweisenden Künstler der konkreten und konstruktiven Kunst.“ Und: „Er ist ein fantastischer, ein sehr weiser, bescheidender Mensch, mit dem man gerne zu tun hat.“ In der Galerie werden neue Formbilder, dabei eines, das Muthofer eigens für die Ausstellung geschaffen hat, Lichtobjekte, Multiples und Grafiken ausgestellt. Nicht fehlen darf eine der Stelen, jene spektakulären Faltplastiken, die so etwas wie ein Markenzeichen des Künstlers geworden sind. Es ist eine Retrospektive en miniature sozusagen, die alle Werkgruppen abdeckt, aber den Schwerpunkt auf neue Arbeiten legt. Ben Muthofer, der an der Konkreten Kunst die Internationalität, die enorme Bandbreite und Durchdringung von Gattungen – von Architektur bis Design – und vor allem die „Kunst im Kopf“ schätzt, fasziniert auch hier mit seinem Dreiklang: geometrische Formen, Farbe und Licht.

Am späteren Abend gibt es eine Lichtperformance. „Das passt doch bestens zu dieser Nacht“, sagt Ben Muthofer. Im März vergangenen Jahres hat er seinen patentierten und aufwändigen Farbflächenfilm vor der Kirche St. Augustin in Ingolstadt vorgeführt. Es war ein visuelles Abenteuer, ein ästhetisches Erlebnis. Projiziert wurden die Sequenzen damals auf Muthofers meterhohe Stelen, am 8. September wird das kunstvolle Lichtspektakel an der Fassade des Studentenwohnheims zu sehen sein. Zuvor wird Petra Volkwein mit Ben Muthofer ein Gespräch führen, zur Finissage der Schau dann der Leiter des Museums für Konkrete Kunst, Tobias Hoffmann.

Von Katrin Fehr

Variation über das Dreieck: Dieses Formbild, 2,76 auf 1,70 Meter, hat Ben Muthofer eigens für die Ausstellung in der Galerie Mariette Haas geschaffen - Foto: Sigrid Lorenz