BEN MUTHOFER

 

„Das Dreieck als Basis“

Das Dreieck erscheint als eine Figur, die durch Änderung der Winkel und der Länge von Hypotenuse und Katheten gegenüber anderen geometrischen Figuren wie Kreis, Rechteck oder Quadrat, ein hohes Maß an Variabilität aufweist. So ist es mein Bestreben, aus der Fläche in den Raum entwickelte Objekte auf der Basis des Triangulären aufzubauen.

Lassen sich beispielsweise Kreis und Quadrat nur in ihren Ausmaßen verändern, so ergibt eine Veränderung der Punkte eines Dreiecks jeweils neue formale Eindrücke. Das Spiel einander zugeordneter verschiedener oder gleichartiger Dreiecke erlaubt weiterhin eine Gestaltungsvielfalt mit unbegrenzten Möglichkeiten. Diese Möglichkeiten zu erkunden, ist mir ein Anliegen. Fläche-Raum-Objekte sind form bestimmend für meine Arbeit. Das Trigonale als formales Prinzip also ist ein wesentliches Kennzeichen – aber es geht über dieses erste formale Anliegen hinaus.

Das bestimmende an Diesen Arbeiten ist der Eindruck von Harmonie und Ruhe bei gleichzeitiger, polarer Spannung, wie sie dem Aufbau des Dreiecks immanent ist. Und hier berühren wir schon die zweite – hinter dem Konstruktiv-Formalen - deutlich spürbare Ebene.

Die ruhige aber nie spannungslose Harmonie der Plastiken beruht auf der mathematischen Klarheit der geometrischen Figur, verweist aber auf Wirklichkeiten, die weit über das hinausgehen, was mit der Definition des Dreiecks als Verbindung dreier nicht auf einer Linie liegender Punkte zu beschreiben ist. All Diese Zusammenhänge mögen – bewusst oder unbewusst – wirksam sein, wenn wir die vom Prinzip der Trigonalität bestimmten Objekte betrachten, die, so gesehen, über die konstruktive Dimension hinausweisende, Sinn setzende Zeichen sind.“

(Ben Muthofer, 1996)